Tarek Leitner,

(geboren 1972 in Linz) studierte Jus und ist Anchorman der „Zeit im Bild“, Österreichs meistgesehener Nachrichtensendung, dreifacher „Romy“-Preisträger als beliebtester Moderator, und interessiert sich für die Umgebungen unseres Lebens. Im Brandstätter Verlag veröffentlichte er „Mut zur Schönheit“ (2012) und zuletzt „Wo leben wir denn?“ (2015).

Peter Coeln,

wurde 1954 in Linz geboren, studierte Fotografie & Grafik und betreibt in Wien die beiden Ausstellungsräume WestLicht und OstLicht, ein Auktionshaus für Kameras und für Fotografen, den Leica-Shop in der Wiener Westbahnstraße und einen zweiten in der Innenstadt. Für das Buch hat er fotografiert.

Fotocredit: Katrin Steinbacher

Hilde & Gretl (Brandstätter Verlag)

Das Haus Reinharterstraße 100 in Gars am Kamp präsentierte sich dem neuen Besitzer Peter Coeln exakt so, wie es seine zwei vor Jahren verstorbenen Bewohnerinnen, die Cousinen Hilde & Gretl, zurückgelassen hatten. Hinter Spinnweben stapelten sich kleine Engel, Madonnen, Journale, Postkarten, Fotos, Schuhe und Ähnliches ohne Wert, aber vollgesogen mit Erinnerungen. Eine Zeitkapsel quasi, Coeln hatte Hemmungen, einfach alles in einem Container zu entsorgen. Und so bat er seinen Freund, ZiB-Anchorman Tarek Leitner, ihm beim Entrümpeln zu helfen. Die Idee, aus dieser bei genauerer Hinsicht sehr geordneten Welt der beiden Cousinen Hilde & Gretl ein Buch zu machen, kam spontan. Der Journalist schrieb die Texte, der Galerist und Fotograf schoss die Fotos.
Zwei Jahre hat das Projekt schließlich gedauert, denn die Cousinen waren Meisterinnen des Schlichtens und des Ordnens gewesen, sodass sie auf kleinem Raum viel ansammeln konnten. Coeln musste im Nebenhaus – eine aufgelassenen Supermarkt-Filiale – ein Lager anmieten, um alle Objekte auch wirklich sichten zu können. Diese ungewöhnliche strenge Ordnung ließ bei den beiden auch nicht das Gefühl aufkommen, dass sie dabei ungebetene Gäste oder Eindringlinge in ein fremdes Leben wären. Die Dinge schienen auf sie gewartet zu haben. Nach und nach trugen sie auch die vorgefundenen Mäntel und Hüte oder rauchten uralte Tabakbestände – quasi als Einübung in diese beiden Leben im 20. Jahrhundert, die sie dokumentierten.